Hoch wissenschaftlich!

Ich war also auf Exkursion heute. Mit meinem herzallerliebsten Geschichts LK, der zumindest sehr überzeugend so tun kann, als hätte er mich lieb. Ich habe mittlerweile beschlossen, dran zu glauben, und fühle mich wohl. Jedenfalls war ich auf Exkursion. Im Wirtschaftsarchiv. Und dann im Brauereimuseum. Im Dienste der Wissenschaft!
Jedenfalls – ich habe die Ereignisse mal aufgeschrieben. Chronologisch richtig, aber die Minuten müssen nicht genau stimmen, ist aber auch egal. Ihr wisst Bescheid, ich lege los. Erwartet nicht zu viel Fachliches – das Drumherum war dann interessanter.

6:31
Mein Wecker klingelt und mir ist schlecht. Da ich gefühl gerade noch mitten im Tiefschlaf stecke, drehe ich mich nochmal um bis

6:52,
als mich dann nichts anderes als der blanke Wahnsinn aus dem Bett und die Übel- und Müdigkeit zurück ins Bett zerren. Wie sich das gehört gewinnt der Wahnsinn. Mittlerweile weiß ich wenigstens, weshalb mir schlecht ist: Wir kriegen heute unsere Noten in Philosophie und ich weiß keinen Grund, weswegen ich noch eine 3 verdient hätte. Was mir aktuell mehr Angst macht als eine gewisse Exkursion.

8:00
Ich sitze im Unterricht und könnte die ganze Welt töten. Scheitert vermutlich daran, dass ich vor Wollendung meines Meisterwerks wegpenne.

9:02
Ich kriege eine glatte 3 in Philosophie und hätte es wohl ahnen müssen. Ich beschließe zum drölfzigsten Mal, mich einfach nicht mehr zu wundern.

9:15
Ich kaufe mir das Notizbuch, in das ich gerade (12:50, etwas im Zeitverzug) schreibe und finde keine Lamypatronen. Da die Zeit aber drängt und ich keine Tinte mehr habe, kaufe ich notgedrungen und zähneknirschend die Billig-Imitate, die es ja wohl auch tun werden. Wehe, wenn nicht.

9:49
Mein Geschichtslehrer hat also kein Quizduell. Ich schon, aber ich gebe den anderen meinen Namen nicht, so böse bin ich. Während der U-Bahnfahrt schreibe ich und lasse meine Charakter die Nerven verlieren.

10:11
„Steichbügel für den Gaucho inne Pampa!“
Politisch nicht unbedingt korrekt – aber selbst denjenigen unter uns, die im Umkreis von 15 Kilometern konsequent alle Ortsschilder ignoriert haben, dürfte nun klar sein: Jawohl, wir sind im Ruhrpott. Und ich sitze im Wirtschaftsarchiv mit meiner Gruppe und fang dann mal an zu arbeiten.

10:40
Ich drücke auf meinem Daumen rum und hoffe, die Quelle nicht vollzubluten. Dazu müsste er zwar erstmal damit anfangen, aber die Chance ist da.

12:23
Die Stereo-Dias aus dem ersten Weltkrieg („Müssen wir eins raussuchen, wo keine toten Pferde drauf sind!“) liefern bessere 3D-Bilder als eine gewisse Handheld-Konsole von Nintendo, macht aber auch so viele Kopfschmerzen. Faszinierend – irgendwas haben wir in hundert Jahren falsch gemacht.
Ertappe mich außerdem dabei, Pläne zu entwickeln, wie man das in seinen Dimensionen beeindruckendste Buch, das ich jemals gesehen habe, vernünftig entführen könnte. Es heißt Helmut und sein ehemaliger Besitzer hatte eine wirklich, wirklich schöne Handschrift. Heute lernt mal Kalligraphie, damals schrieben die Leute einfach so.

12:53
Menschen in der U-Bahn! Mein Handy gibt aus unerfindlichen Gründen den Geist auf und ich stehe ohne Musik da. Überlege, alles kurz und klein zu schlagen. Dummerweise gibt es Zeugen.

14:07
Wir beginnen mit der Führung durchs Brauereimuseum und unser Referent, der interessanterweise nochmal doppelt so große Ausmaße hat wie ich (Also ich bin ja 1,83), haut einen Spruch nach dem anderen raus (Die ich jetzt schon wieder alle vergessen habe, Schande über mein Haupt!). Herrlich – findet mein Kurs nur leider nicht.
Mich beschleicht das Gefühl, ich hätte vielleicht mal was trinken sollen.

14:42
Ich hätte ganz bestimmt mal was trinken sollen. Ehe mein Kreislauf aber endgültig den sterbenden Schwan gibt, können wir uns aber kurz hinsetzen. Glück gehabt. Danach wäre die Führung auch gleich wieder um einiges interessanter – leider ist sie vor allem an der Stelle vorbei. Na ja.

15:20
Ich verabschiede mich von meinem Kurs, hechte in den Kaufzoo um die Ecke und besorge mir Essen und Trinken. Oh mein Gott, ich lebe! Es leeeeeeeebt!

16:00
Bin leidlich wieder hergestellt, aber immer noch voller Motivation, die Sache an der Stelle unspektakulär zu beenden, während mir ein kleines Kind die Ohren vollheult. Da mein Handy sich aber doch wieder die Ehre gegeben hat und wieder anging, ist das auch kein Problem mehr.
Ich drücke immer noch auf meinem Daumen rum und wundere mich, warum es immer noch nicht blutet. Na ja.

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Von meinem Daumen

Weil es ja sonst nichts zu erzählen gibt. Also werde ich euch den Anfang einer bestimmt niemals endenden Geschichte erzählen, die am Ende bestimmt tödlich endet – von meinem Daumen. Ganz genau.

Es begab sich nun also am Samstag, als ich Minimuffins machen wollte (Und mir die Sache geringfügig über den Kopf wuchs, sodass ich bis heute verzweifelt versuche, diese Muffins an den Mann zu bringen). Ich machte den Ofen also brav an – und packte erstmal genau an irgendein offensichtlich nicht ganz so kaltes Teil an. Fand mein rechter Daumen nun nicht ganz so gut, tat dann doch weh, aber hey, ich hab mich immerhin verbrannt, da darf das auch schon mal wehtun. In meiner kindlichen Neugier drückte ich dann erstmal auf der Stelle herum (Man muss ja schließlich wissen, ob das nun Blasen bildet oder nicht) und tat das dann als Missgeschick, das mir seit Dezember sowieso ständig passiert. Es fing damit an, dass ich mir beim Keksebacken einen Esslöffel Konfitüre mitten über die Hand kippte – das war wenigstens noch lecker, vor allem aber eine andere Geschichte.

Jedenfalls war die Wunde dann doch recht klein, knallrot und später dann etwas dunkelrot, aber hey, es ist eine Verbrennung, das darf die ja. Ich habe geringfügig Erfahrung auf dem Gebiet und kann von Glück reden, dass das noch keine Narben gegeben hab. Bis jetzt, vermutlich.
Ich habe mich also bis Montag nicht weiter drum gekümmert – bis ich in Mathe merkte, dass mitten auf der Wunde eine kleine, offene Stelle war. In meiner oben genannten kindlichen und wissentschaftlichen Neugier drückte ich also wieder drauf rum und hatte den Bleistift zur genaueren Untersuchen schon griffbereit – der kam aber nie zum Einsatz, denn – Oh Wunder! – das hat auch so schon tatsächlich wehgetan. Ich verzichtete dann ausnahmsweise darauf, herauszufinden wann genau es wehtut und warum. Normalerweise benutze ich meinen Körper immer gerne als Versuchslabor. Moment. Irgendwie klingt das falsch.

Ich marschierte also nach Hause (Allerdings nach Unterrichtsende, denn wegen sowas geh ich nicht heim), mit dem festen Vorsatz, mir da augenblicklich und mit größter Motivation ein Pflaster auf den Daumen und pappen. Das Dumme an Pflastern und mir ist einfach nur: Wir könen einfach keine Bindung zueinander aufbauen. Unsere Freundschaft hält etwa einen halben Tag und danach wandert einer von uns im Müll. Meistens das Pflaster.

Am Dienstag passierte nichts. Außer dass ich und das Pflaster fürs Erste beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Die Wunde heilte – ein bisschen – die offene Stelle beschloss, nicht mehr offen zu sein, alles war super. Bis ich heute morgen den Fehler machte und meine Schuhe anziehen wollte.
Ich rutschte also fachmännisch mit meinem Daumen ab, zuckte wegen des Schmerzes mit den Schultern, denn immerhin handelt es sich hier um eine Verbrennung, das darf dann schon mal wehtun. Dann schaute ich auf die Wunde, und es spielte sich folgender Gedankengang ab:
„Hmm. Na ja, ist jetzt wieder alles offen, muss halt doch ein Pflaster drauf. Na ja. Wird ja wohl nicht so schlimm… Moment. Das blutet ja. Ach nur ein kleines bisschen… Oh. Vielleicht ein bisschen mehr also ein kleines bisschen.“
Und so sitze ich jetzt hier – mit Pflaster – und harre der Dinge. Und wahrscheinlich wird sich die Sache in den nächsten Tagen total hochschaukeln und am Ende werde ich verbluten.

Ganz bestimmt. So wirds sein. So wird es enden. Vielleicht. Oder auch nicht.

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Literatur

„Na ja, wir haben das mal durchgespielt und wenn wir Literatur fürs zweite Halbjahr rausnehmen, ändert sich genau… gar nichts.“ Mein Beratungs-/Vertrauens-/Geschichtslehrer guckt mich an. Ich weiß nicht ganz genau, was ich davon halten soll, obwohl mir von PC-Bildschirm, samt nettem Oberstufenplanungsprogramm, ein nettes, grelles Grün entgegenstrahlt. „Ist das jetzt gut oder schlecht?“
„Zumindest bedeutet das, dass du Literatur abwählen kannst.“
„Gut, dann mach ich das auch.“
Fünf Minuten später wandere ich samt ausgedrucktem Zettel aus dem Büro in meinen besten Freund und fange an vor Erleichterung zu heulen, denn zu dem Zeitpunkt – also vor drei Stunden – bin ich seit anderthalb Wochen dauerhaft angespannt und völlig übermüdet gewesen.

———- Flashback: 2 Monate früher —————

Es begab sich Anfang November, dass ich zu meiner Literaturlehrerin marschierte und ihr erklärte, ich hätte das Gefühl, dass mich mein Kurs nicht mag und ich mich nicht wirklich als irgendwo zugehörig empfinde, ob man da vielleicht was tun könne. Es bildeten sich immer und zu jeder Zeit gewisse Grüppchen, wie das in jedem Kurs mit mehr als 10 Leuten so ist, aber dadurch hatte ich keine Chance, mir da eine Bekanntschaft, noch in irgendeiner Form eine Aufgabe zu suchen. (Zwischendurch bin ich dann irgendwo gelandet, wo man sich aus meiner Sicht dann aber Mühe gab, so zu tun, als wäre ich gar nicht da.)
Ich breitete ihr aus, dass ich nicht viel bräuchte, nur eventuell mal eine klare Ansage, wo ich eigentlich stehe und wo ich hinwill, mit diesem Kurs.
Jetzt hätte alles so einfach sein können – finde ich. Man einigt sich auf eine Lösung, guckt wo ich wirklich Hilfe brauche und greift mir da entsprechend unter die Arme. Der Literaturkurs hat zwar 48 Leute, aber nicht umsonst auch genau zwei Lehrer.
Anhand der Tatsache, dass ich euch hier jetzt lang und breit ausbreite, was sich jetzt zwei Monate alles (nicht) getan hat, könnt ihr aber mit Sicherheit erkennen, dass dem nie so gewesen ist und ich meiner Lehrerin unterstellen muss, das auch nie vorgehabt zu haben. Jedenfalls reagierte ich auf die Aussage „Da können wir so nichts machen, das ist Literatur, da läuft das so, da musst du jetzt halt durch“ mit dezentester Entrüstung und wie sich das für Entrüstung gehört, bin ich selbstverständlich erst einmal in Tränen ausgebrochen. Auf dem Weg nach draußen begegnete mir darauf die Schulleitung, die nie Zeit für irgendwas hat und mir nach zwei Minuten Gespräch für den nächsten Tag einen Termin zusicherte.

So weit, so gut. Ich wollte also Hilfe, die mir per Nachteilsausgleich zugesichert worden ist, und bekam sie nicht. Hätte sich immer noch irgendwie alles regeln lassen können.
Aber wir sind immer noch im November, richtig.

Die Schulleitung war zunächst einmal überhaupt und ganz und gar nicht von der Tatsache angetan, dass ich mir zwei Freunde an die Seite geholt habe, weil ich nicht blöd war und bin und wusste und weiß, dass Gespräche mit der Schulleitung nicht einfach sind, weil irgendein Teil von ihr wirklich, wirklich gut darin ist, mich falsch zu verstehen. Schlug sich auch darin nieder.
„Ich habe gedacht, Sie kämen alleine.““Aber…“
„Das ist ja jetzt Drei gegen Einen.“
„Aber…“
„Was würde das auf Sie einen Eindruck machen, wenn ich hier zwei Leute mitbringen würde?“
„Aber… ich wollte doch nur keine Missverständnisse…“
Jedenfalls, nach zwei Stunden Gespräch, die man bequem in zwanzig Minuten hätte abhandeln können, stand dann fest: Ja, die Schule regelt das. „Aber eine Woche sollten Sie uns schon geben.“
Hab ich. Mit Vergnügen hab ich das, denn Wunder fallen schließlich nicht vom Himmel und mit einer Sofortlösung wäre ich mit Sicherheit auch nicht zufrieden gewesen. Da wäre nämlich was faul dran gewesen. Also gab ich der Schule eine Woche. Ich gab ihr zwei Wochen, ich gab ihr drei Wochen und noch einen Haufen anderer Probleme, die sich zwischendurch erledigten, aber Literatur blieb liegen. Und ich verblieb in der stillen Hoffnung, dass wenn irgendwann Ergebnisse kämen, mir die schon mitgeteilt würden. Ging ja immerhin um mich.

Eine Woche vor Weihnachten, lief mir die Schulleitung dann wieder über den Weg. Und ich fragte sie, arglos wie ich bin, was denn nun mit Literatur wäre, ob es da irgendwie Ergebnisse gäbe und wie der Stand da nun aussähe.
Die Schulleitung guckte recht überrascht. „Gehen Sie denn noch hin?“
Jetzt wo sie so fragte, fragte ich mich das auch. Denn ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass nicht mal jeder der 48 Leute weiß, dass ich Mitglied dieses Kurses bin/war. „Ja, natürlich.“
„Also bis Weihnachten schaffen wir das auf jeden Fall nicht, das muss Ihnen klar sein.“
Wie gesagt: Ich steh eh nicht auf Wunder. „Ist in Ordnung.“
„Und ansonsten muss ich da nochmal mit dem Beratungslehrer sprechen, und mich da informieren lassen und dann sehen wir weiter.“
Im Endeffekt also: „Wir fangen dann mal an. Aber erst nach Silvester, ja?“

Gut, nach Silvester. Da war ich mittlerweile allerdings schon ein bisschen angefressen, weil ich immer noch keine Ahnung hatte, was nun wirklich läuft. Ende Januar fängt das neue Halbjahr an, und damit die „Nach(t)mittagsproben“ in Literatur, wo man vor 23 Uhr nicht nach Hause kommt. Und wenn sich dann doch noch herausstellen sollte, diesen Kurs nicht bis zum Ende mitmachen zu müssen, dann wollte ich ganz gerne auf das verzichten. Ganz davon abgesehen, dass ich eh im Hinterkopf hatte, dass solche Proben mit meiner Psyche nicht die beste Idee sind, aber warum ich trotzdem Literatur gewählt habe, würde als Erklärung nun endgültig den Rahmen sprengen. Also haben wir brav Mails geschrieben, mit der Bitte nun auf gut Deutsch endlich mal den Hintern zu bewegen und Ergebnisse zu liefern. Eine Woche habe ich der Schule gegeben, und ich fand (Und ich finde), die Woche war da schon um. Es dauerte dann noch mal eine geschlagene Woche, blankliegende Nerven und dezenten Frust auf die nicht vorhandenen Informationen, mit denen man so großzügig um sich warf, bis dann just in dem Moment, wo ich einen wirklich wütenden Blogpost tippen wollte, eine Antwort kam. Ich solle doch umwählen kommen und eine Person meiner Wahl mitbringen, wenn ich das alleine nicht schaffe.

Und damit wären wir dann wieder in der Gegenwart, in der ich kein Literatur mehr habe, dafür aber Mittwochs die ersten beiden Stunden frei. Mit anderen Worten kann ich ausschlafen und angesichts der vielen Stunden, die mich diese Sache nun wachgehalten hat, habe ich das auch reichlich verdient, wenn ihr mich fragt.

Jetzt habe ich also kein Literatur mehr. Das ist ein wahnsinnig guter Grund zur Freude, aber der fade Beigeschmack bleibt. Mir ging es nicht auf die Nerven, da jetzt ein ganzes Halbjahr auf diese Entscheidung zu warten. Mir ging es nur und zwar richtig auf die Nerven, konsequent ein ganzes Halbjahr zu warten, ohne auch nur ansatzweise über irgendwelche Ergebnisse informiert zu werden. Ein „Wir haben grad keine Zeit dafür, tut uns leid“ hätte mir auch volkommen genügt – ist ja nicht so, als hätte ich als vielbeschäftigte, vielgestresste Schülerin absolut und gar kein Verständnis dafür. Aber selbst das ist nie gekommen, außer ich wäre da auch noch hinterhergerannt. Aber das, und dazu steh ich ebenfalls bis heute, ist auch nie meine Aufgabe gewesen. Schließlich hieß es von allen Seiten: „Wir kümmern uns.“ und nicht anders.

Eine Sache habe ich deswegen gelernt. Auch wenn es deutlich anstrengender ist, aber wenn so eine Situation wiederkommt, dann kümmer ich mich gleich selber drum. Da weiß ich wenigstens wo ich stehe.
Und ihr wisst jetzt hoffentlich, was mich den Januar über so lahmgelegt hat, dass ich bis jetzt nicht zum Bloggen gekommen bin. Schande über mein Haupt, aber die letzte Altlast aus dem letzten Jahr ist nun auch erfolgreich beseitigt. Kann also nur besser werden – aber erst nachdem ich ordentlich geschlafen habe. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

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Hamburg

Ich liege im Bett, züchte Pokemon und wundere mich immer noch darüber, dass ich bis morgen und nicht bis gestern Ferien habe. Wie das so ist.

Vorgestern bin ich nach Hamburg gefahren – überraschend, immerhin hat die Überschrift auf alles andere hingewiesen -, um eine Handvoll Leute zu treffen. Es war anstrengend. Aber ganz schön. Aber eben auch verflucht anstrengend.
Es sind ja schon Freunde, die ich da treffe. Wir kennen uns übers Internet und das nicht seit zwei Wochen, aber Freunde sind Menschen und Menschen sind in Rudeln anstrengend. Und Hamburg ist groß und laut und toll und groß und laut.
Warum ich das dann auf mich genommen habe? Weil ich es kann. Ich würde mich ja gern in meinem Bett verschanzen, aber damit ist ja auch niemanden geholfen. Also geh ich von Zeit zu Zeit auf Reisen, habe meinen Stress und Spaß und dann eine Ausrede, um zwei Tage durchzuschlafen.

So, und weil ich jetzt endlich weiß,  was ich mit diesem Post eigentlich sagen will, bedanke ich mich einfach bei meinen Freunden, die im Zweifelsfall so viel Verständnis aufbringen würden, dass sie solche Treffen für mich erst möglich machen. Denn wenn ich niemanden hätte, der auf mich aufpasst, geht gar nichts. Natürlich nicht. Deswegen, danke für einen tollen Tag und eure Unterstützung.

Trotzdem – stressig war es. Stressig wird es immer sein. Und ein Risiko, denn wenn mir mein Hirn einen Overload ins Gesicht wirft, kann ich nichts weiter machen als davon umgehauen werden. Es ist auch mies, davor und danach nicht schlafen zu können (Von den 24 Stunden, die der 4.1 hatte, habe ich etwa 3 Stunden geschlafen), es geht an die Substanz, meine Konzentration über mehrere Stunden auf eine Gruppe zu fokussieren und gleichzeitig nicht in der Großstadt verloren zu gehen. 

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Weihnachtspost Nr. Drölfzig

Es ist der 24. Dezember und das bedeutet, Lemmy von Motörhead hat Geburtstag. Dieses Jahr wird er 68. Glaube ich. Happy Birthday!

Ach ja, und dann ist da noch Weihnachten. Stimmt. Da war ja was. Deswegen hab ich kein Geld mehr (Gut, und weil ich mir ein neues Headset gekauft habe. Das war aber nötig.). Wie auch immer. Weihnachten.

Ich muss ja zugeben, dass ich das Konzept von Weihnachten bis heute vielleicht verstanden, aber dann doch nicht wirklich anwenden kann. Da versucht man einen ganzen Advent lang, alle lieb zu habenden Leute lieb zu haben und am Ende will man doch nur die Geschenke sehen. Verdammt. Dieses „eine Freude machen“ ist dann doch nicht so einfach. Aber es wird besser. Glaube ich. Immerhin freuen sich die Leute wirklich über meine Geschenke oder ich merke nicht, dass sie mir eigentlich den Hals umdrehen wollen. Dann aber muss ich ziemlich gute Freunde haben, denn bisher ist das noch nicht passiert.

Nein, ich denke, ich weiß wenigstens ansatzweise, worauf es bei Weihnachten ankommt. Nämlich auch auf Geschenke. Aber auch um das zur Ruhe kommen am Ende des Jahres, dieses Zusammensein von Familie oder Freunden. Das habe ich verstanden.
Aber ich freue mich heute dann doch mehr aufs Raclette. Was eventuell daran liegt, dass ich noch im Bett liege und mich nicht einen Mezer bewegt und dementsprechend Hunger habe. Hm.

Ich würde dieses alljährliche Liebhaben wirklich sehr gerne auch können. Oder dieses Freude machen. Und je älter ich werde, desto mehr ärgert mich das, dass ich es dann doch nicht schaffe. Ich versuche dran zu arbeiten, aber an seiner Weihnachtsstimmung zu feilen, ist ja so eine Sache. Nächstenliebe kann ich jeden Tag praktizieren, aber bei Geschenken, wie auch immer geartet, reicht das Budget, wie auch immer geartet, irgendwie nicht. Na ja.

Jedenfalls, trotz dieser Umstände, bleibt Weihnachten auch für mich was besonderes. Mittlerweile auch wegen der Stimmung, die zumindest einkehren sollte. Auch wegen den Geschenken. Auch wegen dem Essen.
Nicht unbedingt wegen der Musik. Aber dafür habe ich ja mein neues Headset.

So. Und jetzt drehe ich mich nochmal um und schlafe weiter. Oder ich frühstücke dann doch mal. Hm.

Auf jeden Fall wünsche ich euch allen ein frohes Fest heute Abend. Und fröhliche Feiertage.
Einmal werden wir dieses Jahr noch voneinander hören, denke ich. So ich die Verwandten überlebe.

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Und sonst so?

Ich hatte eigentlich geplant gehabt, euch ein bisschen was zu Literatur (Also, dem Fach, nicht den Büchern) zu erzählen. Doch da so viel deswegen im Gange ist, habe ich brav damit gewartet, um hier keine Fortsetzungsgeschichte basteln zu müssen, deren ENde ich vergesse.

Jetzt ist es tendenziell nur blöd, dass seit etwa drei Wochen irgendwas im Gange ist und offensichtlich niemand (inklusive mir) nun weiß, was jetzt eigentlich Sache ist. Also muss ich eben doch eine Fortsetzungsgeschichte daraus machen, beziehungsweise: Ich sage euch den grundlegenden Konflikt und dann warten wir einfach alle gemeinsam! Yeah!

Es geht im Grund genommen einfach nur darum, dass geprüft werden soll, ob ich Literatur weiter nehmen kann oder ob ich das durch irgendein anderes Fach, wo Leute und Lehrer netter zu mir sind, nicht vielleicht tauschen kann. Fertig. Mehr nicht. Und ich wollte euch das ganze Drama ja eigentlich wirklich gerne erzählen, aber dann muss ich ja doch wieder die Fortsetzung (sprich: Das Ende, so es denn kommen will) schreiben. Und das vergesse ich dann wieder.

Traurige (?) Tatsache ist bei mir nur grade: Es ist einfach nichts los, worüber es sich zu bloggen lohnt. Es geht alles so seinen Weg, außer Klausuren passiert nicht viel – davon aber reichlich – und ansonsten verbringe ich meine Nachmittage damit zu schlafen. Mehr oder weniger.
Zum Nachteilsausgleich will ich aber noch was schreiben, möglichst auch noch dieses Jahr, aber da muss ich nochmal in mich gehen. Da bin ich mir noch uneinig, was genau ich eigentlich wie darüber schreiben will – scheint ja ein wichtiges Thema bei euch zu sein, da kann ich ja nichts einfach lieblos hinklatschen. *nick*

So. Wie auch immer. Es ist nichts los bei mir und ich dachte, ich lasse euch das wissen. Was ich sonst noch mit diesem Post ausdrücken wollte? Keine Ahnung. Vermutlich gar nichts.
Frohen 3. Advent!

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Piccolo ist auch Sekt

In erster Linie aber mein Hund. Jawohl, denn nachdem wir nach wochenlanger Suche immer noch keinen Namen für das gute Tier hatten, haben wir einfach seinen Namen von der Züchterin übernommen. Piccolo. Oder auch einfach nur „Hund“.

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Dieser kleine Kerl liegt uns nun also schon seit sechseinhalb Jahren stoisch im Weg, im Bad oder vor dem Kamin und lässt sich ansonsten liebhaben, bis es nicht mehr geht.
Und ich liebe diesen Hund, natürlich, ansonsten wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen haben zu wollen. Aber ich schätze ihn eben auch wert, mittlerweile noch mehr, als mein 11jähriges Ich es sich hätte träumen lassen. Denn auch, wenn er gerade eher meine Hilfe braucht, weil es draußen knallt und er sich in der Küche verkriecht, er ist eine gewaltige Hilfestellung für mich. Denn ich kann mit ihm reden. Jawohl, ich rede.
Ich habe schon über mich und das Reden geschrieben und dass ich es, wenn ich nicht muss, auch nicht mit unglaublicher Begeisterung tue – aber bei diesem Hund ist das anders. Mit ihm muss man einfach reden, wenn er einen anstupst und was zu Essen will, wenn er in herzzerreißendsten Tönen meckert, dass er doch nun bitte spielen möchte, wenn man ihn dazu überreden möchte, seinen Hintern doch vom Sofa zu bewegen… Man kann nicht anders. Auch wenn es sich für Außenstehende befremdlich anhören mag.
Zum anderen ist so ein Hund zwar kein Kuscheltier, aber Piccolo gibt sich Stellenweise einfach sehr viel Mühe, um so zu tun. Und wenn ich ihn wirklich mal zum Knuddeln und LIebhaben brauche, dann ist er auch da – gut, solange bis es Essen gibt, aber selbst das kann man ihm problemlos verzeihen.
Und dann ist da noch das wichtigste von allen. Denn wenn meine Eltern nicht da sind und es zeitlich bei mir passt, dann muss ich natürlich mit dem Hund raus. Und dann bin ich – bis auf die letzten Wochen vielleicht, weil er da nicht weit laufen konnte – gezwungen, mit diesem Hund vor die Tür zu gehen, auch wenn ich eigentlich keinen Grund dazu habe. Ich bin gezwungen, nach draußen zu gehen, an die frische Luft und unter Menschen.
Und verhindert damit tatsächlich, dass ich mich in meinem Zimmer einschließe und nicht mehr rauskomme – wenn es nicht zufällig Essen gibt.

Piccolo ist kein ausgebildeter Begleithund, und erst recht keine offizielle Assistenz, in welchem Sinne auch immer. Aber er kommt aus einer „Familie“ von  Therapiehunden, die vor allem in Seniorenheimen, aber auch bei Kindern eingesetzt werden und ich behaupte einfach mal, dass man das auch merkt. Er ist für mich mehr als ein einfaches Haustier, er ist eine Konstante, mein bester Freund und irgendwie doch ein Begleiter. Als er richtig krank war, habe ich die Nacht bei ihm gesessen, weil ich nicht ruhig schlafen konnte – noch weniger, als er dann operiert werden musste, der arme Kerl. Das, was ich mal zum Thema Vermissen geschrieben habe, gilt für Menschen, aber nicht für meinen Hund. Das sagt genug aus, wie ich finde. Wenn ich könnte, würde ich ihn mit in die Schule nehmen, überall hin, wenn ich dürfte und wenn er das mitmachen würde. Es gibt mir Sicherheit, auf eine Weise, die ich nicht beschreiben kann.
Und ich habe jetzt schon fürchterlich Angst vor dem Tag, an dem mein Hund nicht mehr sein wird. Aber darüber mag ich lieber nicht nachdenken.

Zum Schluss noch: Dieser Blogpost ist Teil der zweiten Blogger Thementage, organisiert vom lieben Quergedachtes. Und es würde ihn und mich mit Sicherheit freuen, wenn ihr mal vorbeischauen würdet. 🙂

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