Von meinem Daumen

Weil es ja sonst nichts zu erzählen gibt. Also werde ich euch den Anfang einer bestimmt niemals endenden Geschichte erzählen, die am Ende bestimmt tödlich endet – von meinem Daumen. Ganz genau.

Es begab sich nun also am Samstag, als ich Minimuffins machen wollte (Und mir die Sache geringfügig über den Kopf wuchs, sodass ich bis heute verzweifelt versuche, diese Muffins an den Mann zu bringen). Ich machte den Ofen also brav an – und packte erstmal genau an irgendein offensichtlich nicht ganz so kaltes Teil an. Fand mein rechter Daumen nun nicht ganz so gut, tat dann doch weh, aber hey, ich hab mich immerhin verbrannt, da darf das auch schon mal wehtun. In meiner kindlichen Neugier drückte ich dann erstmal auf der Stelle herum (Man muss ja schließlich wissen, ob das nun Blasen bildet oder nicht) und tat das dann als Missgeschick, das mir seit Dezember sowieso ständig passiert. Es fing damit an, dass ich mir beim Keksebacken einen Esslöffel Konfitüre mitten über die Hand kippte – das war wenigstens noch lecker, vor allem aber eine andere Geschichte.

Jedenfalls war die Wunde dann doch recht klein, knallrot und später dann etwas dunkelrot, aber hey, es ist eine Verbrennung, das darf die ja. Ich habe geringfügig Erfahrung auf dem Gebiet und kann von Glück reden, dass das noch keine Narben gegeben hab. Bis jetzt, vermutlich.
Ich habe mich also bis Montag nicht weiter drum gekümmert – bis ich in Mathe merkte, dass mitten auf der Wunde eine kleine, offene Stelle war. In meiner oben genannten kindlichen und wissentschaftlichen Neugier drückte ich also wieder drauf rum und hatte den Bleistift zur genaueren Untersuchen schon griffbereit – der kam aber nie zum Einsatz, denn – Oh Wunder! – das hat auch so schon tatsächlich wehgetan. Ich verzichtete dann ausnahmsweise darauf, herauszufinden wann genau es wehtut und warum. Normalerweise benutze ich meinen Körper immer gerne als Versuchslabor. Moment. Irgendwie klingt das falsch.

Ich marschierte also nach Hause (Allerdings nach Unterrichtsende, denn wegen sowas geh ich nicht heim), mit dem festen Vorsatz, mir da augenblicklich und mit größter Motivation ein Pflaster auf den Daumen und pappen. Das Dumme an Pflastern und mir ist einfach nur: Wir könen einfach keine Bindung zueinander aufbauen. Unsere Freundschaft hält etwa einen halben Tag und danach wandert einer von uns im Müll. Meistens das Pflaster.

Am Dienstag passierte nichts. Außer dass ich und das Pflaster fürs Erste beschlossen, getrennte Wege zu gehen. Die Wunde heilte – ein bisschen – die offene Stelle beschloss, nicht mehr offen zu sein, alles war super. Bis ich heute morgen den Fehler machte und meine Schuhe anziehen wollte.
Ich rutschte also fachmännisch mit meinem Daumen ab, zuckte wegen des Schmerzes mit den Schultern, denn immerhin handelt es sich hier um eine Verbrennung, das darf dann schon mal wehtun. Dann schaute ich auf die Wunde, und es spielte sich folgender Gedankengang ab:
„Hmm. Na ja, ist jetzt wieder alles offen, muss halt doch ein Pflaster drauf. Na ja. Wird ja wohl nicht so schlimm… Moment. Das blutet ja. Ach nur ein kleines bisschen… Oh. Vielleicht ein bisschen mehr also ein kleines bisschen.“
Und so sitze ich jetzt hier – mit Pflaster – und harre der Dinge. Und wahrscheinlich wird sich die Sache in den nächsten Tagen total hochschaukeln und am Ende werde ich verbluten.

Ganz bestimmt. So wirds sein. So wird es enden. Vielleicht. Oder auch nicht.

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5 Antworten zu Von meinem Daumen

  1. Ismael Kluever schreibt:

    Versprich mir, dass du in der nächsten Woche weder Hammer noch Nägel anrührst! 😉

  2. Anita schreibt:

    Gute Idee.

    Und nun etwas Geduld für Deinen Daumen.

    Pflaster die gut halten, vor allem an Fingern, sind extra lange Fingerpflaster. Gibt es von namhaften Herstellern und gibt es auch in sensitiv.

    Nachts Luft dran lassen und tagsüber Pflaster drauf. 💡 😉

    Allerdings, wenn die Wunde sich nicht innerhalb von 2 Tagen schließt und die Rötung zurückgeht, geh bitte damit zum Arzt.

    Dann kann es nämlich erforderlich sein, eine antibiotische Salbe auftragen zu müssen und einen ordentlichen Verband anzulegen. 💡

    Liebe Grüße und gutes Heilen
    Anita

  3. maedel schreibt:

    hihi, ich habe da auch so ein Talent zu…

    Ich hatte mal mit Heisskleber hantiert und nicht bemerkt, das ich die Pistole falsch herum hielt. Der heisse Kleber floss, wie soll es auch anders sein *trommelwierbel* auf den Daumen…ok eher der Ansatz, aber immerhin 😉

    Ich habe dann seelenruhig und fast schon fasziniert (das glüht schön oder es wurde einfach nur knallerot) zugeschaut, wie sich dieser Heisskleberpfropfen immer tiefer in meine Hand bohrte. Als es vermeintlich kalt war, beschloss ich doch den Pfropfen abzuziehen. Das tat dann weh!

    Der Arzt war begeistert, das er sämtliche Verbrennungsgrade an so kleiner Stelle zu sehen bekam und machte glatt ein Foto davon für seine Sammlung.
    Ich selber brauche keins, denn die Narbe erinnert mich täglich daran, das ich doch „einfach nur“ meine Hand unter kaltes Wasser hätte halten sollen.

    😉

  4. Anja schreibt:

    Hihi,
    mein Spezialgebiet sind Vergiftungen. Vor allem, wenn ich mal wieder was im Backofen getrocknet habe was da eigentlich nicht reingehört 🙂

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