Crashkurs: Wie überlebe ich die Gamescom?

In Köln treffen sich jedes Jahr für etwa eine Woche Gamer aus ganz Deutschland und weiter außerhalb, um sich so anzuschauen, was es neues auf dem Markt gibt und geben wird. Ich bin auch dran interessiert und hab mich gestern und vorgestern ins Getümmel gestürzt.

Jetzt ist es ja so, dass Autisten solche Messen wie auch Festivals eher großräumig umgehen, aber: Wenn ihr wirklich mal dorthin wollt, mag ich euch was an die Hand geben. Davon wird die Sache nicht weniger anstrengend, aber erträglich und macht am Ende vielleicht auch Spaß. Natürlich dürfen dich hier auch die neurotypischen Menschen unter euch angesprochen fühlen 😉

Teil Eins: Das Vorher

Nummer eins auf der Liste: Besorgt euch bloß vorher Tickets. Nichts wirft Pläne so sehr durcheinander wie ausverkaufte Tageskarten. Und wenn wir schon beim Planen sind: Pkant für zwei Tage. Ja. Zwei. Hat den Vorteil, dass man sein ganzes Programm nicht an einem Tag und mit Gewalt durchziehen muss,sondern schön viel Zeit hat.
Dann, nehmt euch jemanden mit, der euch kennt und euch vertraut und ihr auch. Der Verständnis aufbringt und im Zweifelsfall versteht, dass ein „Ich will hier weg“ kein freundlicher Vorschlag ist.
Packt euch genug Essen, vor allem aber zu Trinken und Geld ein. Anstehen müsst ihr eh schon genug außerhalb von Fressbuden und Geld kann man auf der Gamescom immer gebrauchen. Oh, und Ohropax.
Für Autisten ein vielleicht überflüssiger Rat, aber: Plant im Voraus. Wann ihr aufstehen müsst, aus dem Haus müsst und eventuell auch wieder gehen müsst. Und vermeidet es wenn möglich, mit dem Zug nach Köln zu fahren. Außer vielleicht um halb acht morgens.

Teil Zwei: Das Währenddessen

Verschafft euch einen Überblick vom Gelände. Dadurch wisst ihr nicht nur, wo ihr (nicht) hinwollt, sondern auch, wo es im Zweifelsfall wieder rausgeht.
Plant um Himmels Willen Pausen ein. Das heißt auch, regelmäßig aus jeder Halle zu verschwinden. Auf dem Flur ist es zwar nicht ruhig, aber ruhiger.
Meidet die Hallen, in denen ständig Zeug in Mengen geworfen wird. Ein, zwei Verdächtige gibt es immer.
Wenn ihr nicht mehr könnt, könnt ihr nicht mehr.
Habt Spaß. Denn ihr seid da, um Spaß zu haben. 🙂

Teil Drei: Das Nachher

Macht es eventuell nicht wie ich und geht nicht noch in die Stadt und kauft euch Alben von The Rasmus, bevor ihr euch nach Hause bewegt. So richtig weiß ich auch nicht mehr, wie ich das dann geschafft hab…
Nehmt euch nichts für den Tag danach vor. Rein gar nichts. Messen sind trotz allem gerade für autistische Menschen mindestens doppelt so anstrengend wie für andere und es geht rein gar nichts über gepflegte dreizehn Stunden Schlaf.

Also. Gute Nacht, ich bin nämlich imner noch müde. Aber ich bereue rein gar nichts.
Und vielen lieben Dank an meine tapferen Begleiter, die mich ganze zwei Tage lang ausgehalten haben.

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3 Antworten zu Crashkurs: Wie überlebe ich die Gamescom?

  1. *fühlt sich bei den ausverkauften Karten dezent angesprochen* Autsch! Was war das? Ein Zaunpfahl? Ist ja gut, ich habs begriffen, Karten vorher kaufen… >.<

    Weißt du, was ich toll an deinem Blog finde? Wenn ich dich getroffen hätte, ohne den Blog gelesen zu haben, wäre mir nicht in den Sinn gekommen, dass es für dich so anstrengend sein könnte. Ich hatte irgendwo auch ein falsches Bild von dir, weil du hier immer über die Sachen schreibst, die bei dir anders sind als bei den meisten anderen Leuten. Ist es schlimm, dass ich dich normaler fand als in meiner Vorstellung? ^^'
    Ich kann jedenfalls nur sagen – ich musste dich nicht "ertragen", ich hatte auch viel Spaß mit dir! (Ich hoffe im Gegenzug, dass ich auch nicht allzu nervig war – neurotypisch ist ja bei weitem nicht normal ^^)

    • dassiliel schreibt:

      Nu, ich hab halt zwei Tage flachgelegen… Ich komm normaler rüber, weil ich durch die Hochbegabung einiges kompensieren kann und warum das in Köln so gut funktioniert hat, weiß ich auch nicht. Teilweise wars mir aber echt zu laut – das hat dann an der Beherrschung gefressen. Ich bin aber auch froh drüber, dass ich euch als Begleitung hatte, denn allein das Wissen, dass ihr wisst was Sache ist, macht sehr viel entspannter.

      Oh, und nein, du hast nicht genervt. 🙂

      • Ojeee… Ich hoffe, dir gehts jetzt wieder einigermaßen gut. Und wegen zu laut – ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn du öfter raus gewollt hättest, hättest du nur sagen müssen! =)

        Sehr beruhigend, ich wurde schon als nervig, viel zu schnell redend oder „Oh, seit wann hast du denn Taktgefühl?“ hingestellt, egal ob jetzt lieb oder böse gemeint ^^‘

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