Ich gehe ein

Wäre ich ein Thermometer, wäre ich kaputt. Ich würde nämlich zu jeder korrekten Temperatur noch 20 Grad draufrechnen.

Das bedeutet zum einen, dass ich mich im Winter partout weigere zu frieren – den letzten Wintermantel hatte ich mit 10 -, trage in Gebäuden durchgängig T-Shirts und bin so ziemlich die Erste, die im Frühling ihre Jacke zuhause lässt. Bedeutet zum anderen aber auch, dass ich ab Temperaturen von etwa 25 Grad zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Freiwillig tu ich da gar nichts mehr und mich bewegen schon gar nicht. Sonnenbaden? Zu warm! Urlaub in Italien? Ohne mich! Sauna? Willst du mich umbringen? Gefühlte Temperatur: Mein Blut kocht.

Warum ich bei dem Wetter auch besser gar nicht nach draußen sollte, habe ich mir heute Mittag bewiesen, als ich in der Stadt war. Es war heiß, ich war unglaublich zittrig und bin Gefahr gelaufen, alles mögliche fallen zu lassen, ich habe, was leider typisch für mich ist, zu wenig getrunken. Und dann kommen meine Sinne noch dazu, am heftigsten Ohren und Augen: Menschen,  die reden, lachen,diskutieren, Autos, Straßenmusiker, ein Kind brüllt, Musik aus drei verschiedenen Läden, die ich hasse wie die Pest, Bauarbeiter, Bohren, Hämmern, Lärm, Lärm, Lärm, Licht reflektiert von Fenstern und metallischen Oberflächen, hell, es ist alles hell…
Ich habe gerade so viel Konzentration aufgebracht,  um meine Schritte zu koordinieren. In dem Zustand reagiere ich gereizt auf Ansprache, wenn es irgendwie vermeidbar ist, darf man mich dann nicht berühren und ansprechen. Ich bin leider auch nicht in der Lage, das vernünftig zu kommunizieren, aber lasst mich dann lieber auf Verdacht in Ruhe. Sonst werde ich wahnsinnig.

Im Moment hocke ich in meinem Zimmer, habe Türen und Fenster geschlossen und fahre mich langsam wieder runter. Und ich bin fürchterlich müde. Keine zehn Pferde bringen mich heute nochmal nach draußen, außer vielleicht auf den Balkon.

Wenn ihr ab jetzt nichts mehr von mir hört, bin ich vermutlich geschmolzen. Morgen solls noch wärmer werden als heute. 😛

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